Willkommen in der Villa Schöningen

öffnungszeiten

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Norbert Bisky - Rant

9. November 2019 - 23. Februar 2020

Zum 30. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer bespielt der Maler Norbert Bisky die Räume der Villa Schöningen – mit frühen und aktuellen Werken sowie installativen Objekten, die einen atmosphärischen Eindruck vom Alltagsleben in der DDR vermitteln.

 

Die in gefängnisgrau gehaltenen Räume im Erdgeschoss zeigen überwiegend Papierarbeiten, die sich thematisch mit dem Aushalten einer klaustrophobischen Existenz und dem stets präsenten Wunsch nach Ausbruch befassen.

In die aktuelle Ausstellung wurden Teile der Dauerausstellung der Villa
Schöningen integriert, darunter die Wohnzimmer-Installation des Videokünstlers Stefan Roloff, die Bisky mit einem Zombie-Sandmännchen ergänzte. Ein Hinweis darauf, dass der Horror sich oft gerade im Vertrauten verbirgt.

Wiedergänger des Aufstands und der Repression bevölkern auch das Treppenhaus: die kleinformatige Porträtserie „Renitent“ zeigt die Gesichter widerständiger Jugendlicher, und in einer Nische des Obergeschosses stößt man einen verwaisten Arbeitsplatz vor einer historischen Landkarte, die militärische Ziele in Westberlin vermerkt.

Kuriose, teils erschreckende Landkartenfragmente, die den Westteil Berlins ignorieren und diffamieren oder die Aufstände des 17. Juni markieren, finden sich in einigen Werken Biskys wieder. Sie verweisen darauf, wie mit dem Epochenbruch der Wende auch beruhigende Gewissheiten verloren gingen.

Die ersten beiden Räume des Rundgangs im ersten Stock zeigen frühe Werke Biskys, darunter die Reproduktion eines Gemäldes aus seiner Zeit als Meisterschüler von Georg Baselitz. Sie zeugen davon, dass die Beschäftigung mit den Themen DDR und Mauerfall die gesamte Karriere des Künstlers begleitete.

Immer wieder werden die Motive des freien Falls, des auseinanderstrebenden Chaos und der zwischenmenschlichen Kälte aufgegriffen. Die in Auflösung befindliche DDR, die Bisky in diesen Gemälden wiederaufleben lässt, ist kein Ort, der nostalgische Sehnsucht auslöst. Es ist ein Panorama der gescheiterten Versprechen, die beinahe lustvoll angeprangert werden. Eine Reihe von Bildern zeigt Ikonen der DDR, die mit Farbspritzern besudelt wurden: ein Pioniermädchen, Helden der Arbeit und die Ministerin für Volksbildung Margot Honecker.

 

Den Abschluss der Ausstellung bildet der Kaminraum mit Blick auf Havel und Glienicker Brücke. Die hier gezeigten Arbeiten wurden speziell für den Raum geschaffen und befassen sich mit der Grenze als konkretem Ort und traumatischem Erfahrungsraum: die allgegenwärtige Überwachung, Furcht und Misstrauen sowie schweren Abschied in eine verheißungsvoll andere Welt, die ihre Versprechen ebenfalls nicht halten können wird. 

 

 

 

 

 

 

To mark the 30th anniversary of the fall of the Berlin wall, painter Norbert Bisky takes over the rooms of Villa Schöningen. Early and current pieces are complemented by installative objects, conveying the atmosphere of ever day life in the GDR.

The ground level rooms are painted in prison grey and predominantly show paper works, dealing with the existence in a claustrophobic space and the ever-present desire to break free.

 

Parts of the permanent exhibition at Villa Schöningen have been integrated into the show, such as a living room installation by video artist Stefan Roloff, to which Bisky added a small painting of a zombiefied “Sandmännchen” – a popular character from East German children’s television. A hint at the fact the horror often hides in a familiar environment.

Ghosts of uprising and oppression can also be found in the star case: the small formal portrait Series “Renitent” shows the faces of rebellious youths and in a nook on the first floor one finds an abandoned work place overlooking a historical map pointing out military targets in West-Berlin.

 

Bizarre, sometimes shocking scraps of maps can be found in a number of Bisky’s works on display: ignoring or defaming the West or marking the outbursts of the historic riots of June 17th 1953. These are evidence, that the unification as an epochal watershed was accompanied by the loss of comforting certainties.

 

The first two rooms on the first floor show early works, including the reproduction of a painting dating back to Bisky’s year as a master student of Georg Baselitz, bearing witness to the artist’s long-standing occupation with the GDR and the disruptions following the fall of the wall.

 

Recurring motifs include bodies in free fall, diverging chaos and interpersonal coldness. While his paintings partly resurrect a disintegrating GDR, it is not a place of nostalgic longing. Bisky draws a panorama of broken promises that are denounced almost delightfully. A series of paintings shown icons of the GDR that have been sullied with paint: a pioneer girl, heroes of labour and the minister of national education Margot Honecker.

 

The exhibition concludes in the fireside room, overlooking the Havel and the Glienicker Brücke. The large-format paintings shown were created especially for this room and deal with the border as a concrete space as well a sphere of traumatic experience:

the omnipresence of surveillance, fear, distrust and hard farewells into a new world, whose promises are unlikely to uphold.

  

Pressekontakt:

Christoph Pantke

Head of Press & PR / König Galerie

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