++ ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN ++

Wir bieten Ihnen in der Adventszeit öffentliche Führungen durch die Ausstellung "Kunst in der Glasnost-Zeit" an. Die Führungen dauern 45 Minuten und kosten 10 € Eintritt. Bitte melden Sie sich am Empfang 15 Minuten vor Beginn. 

TERMINE:

Samstag 3. Dezember 15 Uhr

Sonntag 4. Dezember 11 Uhr

Samstag 17. Dezember 15 Uhr

Sonntag 18. Dezember 11 Uhr

Sonntag 26. Dezember 15 Uhr



AKTUELLE AUSSTELLUNG

KUNST AUS DER GLASNOST-ZEIT

MEISTERWERKE DER KUNSTHALLE EMDEN

ZU GAST IN DER VILLA SCHÖNINGEN

 

30. Oktober 2016 bis 26. Februar 2017

Maxim Kantor: Kreuzworträtsel, 1985, Kunsthalle Emden, Sammlung Henri und Eske Nannen und Schenkung van de Loo
Maxim Kantor: Kreuzworträtsel, 1985, Kunsthalle Emden, Sammlung Henri und Eske Nannen und Schenkung van de Loo

Vom 30. Oktober 2016 bis 26. Februar 2017 präsentiert die Villa Schöningen rund 50 Werke von sowjetischen systemkritischen Künstlern in ihrer Ausstellung „Kunst aus der Glasnost-Zeit“ – darunter Arbeiten von Maxim Kantor, Lew Iljitsch Tabenkin und Leonid Purygin. Alle Werke gehören zur Sammlung der Kunsthalle Emden und werden erstmals im Berliner Raum gezeigt.

 

Eine der ersten Ausstellungen in der 1986 vom STERN-Gründer Henri Nannen begründeten Kunsthalle Emden war Die neue Freiheit der sowjetischen Maler (1987/88). Als eines der ersten westlichen Museen überhaupt hatte die Kunsthalle damals junge, zumeist kritische Künstler präsentiert, von deren Existenz bis zur Öffnung der Sowjetunion - in der Zeit von Glasnost und Perestrojka - die westliche Kunstszene nichts ahnte. Die damals gezeigten Arbeiten werden nun anlässlich des 30. Jubiläums der Kunsthalle Emden vor den Toren der Hauptstadt in der Villa Schöningen gezeigt. Darunter Arbeiten der Künstler Maxim Kantor, Leonid Purygin, Lew Iljitsch Tabenkin oder Alexej Sundukow.

 

Mit dieser Präsentation verbildlicht das Ausstellungshaus an der Glienicker Brücke seinen sich durch das gesamte Ausstellungsprogramm ziehenden freiheitlichen Grundgedanken auf besonders eindrückliche Weise.

Den Kern der Ausstellung bilden Arbeiten von Maxim Kantor. Er schildert in seinen Werken extreme Lebenssituationen, sei es im Straflager, in der Psychiatrie oder allgemein in einem von Mangel geprägten Alltag der ehemaligen Sowjetunion. Mit seiner Kunst bezieht er Stellung und verleiht den Betroffenen eine Stimme. Dazu wählt der Künstler dem Expressionismus verwandte bildnerische Mittel. Wartende, fast apathisch wirkende Gestalten charakterisieren die Bilder von Lew Iljitsch Tabenkin; sie stehen in krassem Gegensatz zu den dogmatisch idealisierten Darstellungen von Bauern und Arbeitern in der Malerei des Sozialistischen Realismus. In der Sammlung vertreten sind aber auch Künstler wie Leonid Purygin, dessen farbenfrohe und kleinformatige Gemälde auf die Tradition der russischen Ikonenmalerei verweisen.

 

Ausstellungskonzeption: Katharina Henkel, Kunsthalle Emden, mit Nora Jaeger.

 

Die Vorgeschichte

Als Journalist hatte Henri Nannen früh die Sowjetunion bereist: Schon 1955 begleitete er den damaligen Bundeskanzler und gleichzeitigen Außenminister Konrad Adenauer zu einem Friedenstreffen mit Parteichef Nikita Chruschtschow nach Russland. Bei diesen Besuchen gehörten zwar Besichtigungen bedeutender staatlicher Museen zum kulturellen Rahmenprogramm, jedoch interessierten den kunstbegeisterten Henri Nannen die ausgestellten Werke des von der Regierung propagierten Sozialistischen Realismus kaum. Diese Einstellung gegenüber zeitgenössischen Arbeiten russischer Künstler änderte sich Anfang der 1980er Jahre, als Nannen in die Residenz des damaligen deutschen Botschafters von Moskau eingeladen wurde und dort ein bemerkenswert sozialkritisches Bild zu sehen bekam: mit ihm wurde seine Begeisterung für zeitgenössische, nonkonformistische Kunst geweckt. Daraufhin initiierte er eine Ausstellung, die durch Westdeutschland reiste, und erwarb erste Werke – die Grundlage für ein neues, in der BRD noch unbekanntes Sammlungsthema.

 

Ab 1986 streifte Henri Nannen auf eigene Initiative durch Ateliers in Moskau und Leningrad/St. Petersburg und entdeckte dabei Kunstwerke, die eine kritische Auseinandersetzung junger Künstler mit den nationalen Veränderungen und Missständen verbildlichten. Ergebnis war jene frühe Ausstellung der Kunsthalle Emden mit Bildern schonungsloser Direktheit.

 

Ausstellungs-Tipp

„Maxim Kantor: Das neue Bestiarium. Gemälde und Puppen“, 28. Januar – 7.Mai 2017

Ausstellung der Kunsthalle Emden zum 60. Geburtstag von Maxim Kantor www.kunsthalle-emden.de

Nikolaj Wadimowitsch Filatow: Kristalliner Mensch, 1987, Kunsthalle Emden, Sammlung Henri und Eske Nannen und Schenkung van de Loo
Nikolaj Wadimowitsch Filatow: Kristalliner Mensch, 1987, Kunsthalle Emden, Sammlung Henri und Eske Nannen und Schenkung van de Loo

FÜHRUNGEN

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die villa schöningen in potsdam

Die Villa Schöningen liegt an der Glienicker Brücke, an der Nahtstelle zwischen Berlin und Potsdam, zwischen Ost und West, dort wo im kalten Krieg vor den Kamera-Augen der Weltöffentlichkeit Agenten ausgetauscht wurden. Wie Jahresringe eines Baumes schichten sich die Episoden der deutschen Geschichte in der 1843 von Ludwig Persius errichteten italienischen Turmvilla ab: gegründet aus der ästhetischen Laune eines romantischen Königs, belebt und bewohnt von dem jüdischen Mitgründer der Deutschen Bank,  der Opfer deutscher Nazis wurde, dann in Besitz sowjetischer Kommunisten, später sozialistisches DDR Kindererwochenheim und schließlich Beinaheopfer einer Immobilienentwicklungsidee.

2007 wurde die Ruine von dem Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG, Dr. Mathias Döpfner, und dem Vorstandsvorsitzenden der RHJI, Leonhard Fischer, erworben, um sie vor dem Abriss zu bewahren und nach sorgfältiger denkmalgerechter Wiederherstellung, hier einen öffentlichen Ort der Geschichte, der Kunst und der Freiheit zu schaffen.

 

Seit 2009 werden in der Villa Schöningen international beachtete Kunstausstellungen gezeigt. Im Sommer finden im Garten der Villa Skulpturenausstellungen statt und dauerhaft ist eine Ausstellung zur Geschichte der Villa und der Glienicker Brücke zu sehen. 

Informationen zu den aktuellen Ausstellungen finden Sie hier.

 

Neben dem Ausstellungsbetrieb ist das Café Glienicker Brücke in der Villa Schöningen von Mittwoch bis Sonntag von 11-20 Uhr für Besucher geöffnet.

ÖFFNUNGZEITEN:                                                                       

AUSSTELLUNGSHAUS: DONNERSTAG - SONNTAG 10-18 UHR 

CAFÉ & RESTAURANT: DONNERSTAG - SONNTAG 11-20 UHR