2011 ANDY WARHOL - FRÜHE WERKE

Die frühen Werke von Andy Warhol präsentiert die Villa Schöningen gemeinsam mit der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn in ihrer Frühjahrsausstellung. Vom 3. Mai bis zum 24. Juli 2011 sind Zeichnungen, Collagen und Serigrafien aus der Sammlung Marx und von weiteren privaten Sammlern zu sehen. Die Kuratoren Aeneas und Heiner Bastian haben Werke zusammengestellt, die sich schwerpunktmäßig auf die 1950er Jahre konzentrieren. Ergänzt werden sie durch so berühmte Motive wie die „Campbell’s Soupcans“, „Marilyn Monroe“ oder die „Flowers“.

In den 50er Jahren betätigt sich Warhol zunächst sehr erfolgreich als Werbegrafiker für Magazine wie Glamour, Harper’s Bazaar, Vogue oder die Sonntagsbeilage der New York Times. Getreu seiner Aussage „Ich kann alles zeichnen“ entstehen Bilder von Gesichtern, Füßen, Putten, Katzen, Pflanzen, Vögeln oder Insekten. Vor allem schafft Warhol immer wieder Portraits von Schuhen, denen er bestimmte Charaktere zuordnet. Weiteres Lieblingsmotiv sind junge Männer, die er mit wenigen Strichen in ruhigen Posen festhält.

Viele seiner Zeichnungen und Grafiken, die in regelmäßigen Abständen in Buchform erscheinen, sind „in ihrer Einfachheit und Unschuld auch subtil provozierend“, so Kurator Heiner Bastian. Warhol zeichnet mit Kugelschreiber und Tinte oder belegt die Seiten mit Blattgold. Viele Blätter werden gedruckt und nachkoloriert, nicht nur von Warhol selbst, sondern auch von Freunden. Daneben experimentiert er mit einem einfachen Umdruckverfahren, bei dem auf ein getuschtes Originalblatt Aquarellpapier gelegt wird, so dass ein zweites „gedrucktes Original“ entsteht, das beliebig oft reproduzier- und veränderbar ist.

Von Zeitgenossen teils als kommerziell gescholten, nehmen die frühen Arbeiten vielmehr einiges vorweg, was Warhols späteres Werk auszeichnen wird: die Experimentierfreude mit mechanischen Verfahren, der Rückgriff auf Bildvorlagen, das Serielle, die „distanzierte psychische Disposition dieses Künstlers, der die Spuren einer eigenen Handschrift verlieren wollte.“ Dabei ist insbesondere die Umdrucktechnik „zweifellos eine ideale Voraussetzung für einen Künstler, der auf dem Weg war, die Herstellung des Tafelbildes zu revolutionieren und in einem langen Arbeitsprozess schließlich der unpersönlichsten virtuosen Technik als Methode Authentizität zu verleihen.“ (H. Bastian).

Kuratoren: Aeneas und Heiner Bastian, Berlin

Katalog: Schirmer Verlag

 

Mit freundlicher Unterstützung von:

Stiftung für Kunst und Kultur e.V.
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